ZUHAUSE

Wer hätte gedacht, dass die Schweiz einmal eine so attraktive Ferienregion für die eigene Bevölkerung werden würde. Eigentlich sitzen jeweils viele Schweizer bereits Freitagnacht nach Schulschluss im Auto Richtung Süden. Strand, Sonne, Palmen, Gelati - das sind die wahren Feriengefühle. Könnte man meinen. Durch Corona verunmöglicht boomt plötzlich die Feriendestination Schweiz. Und sie boomt für einmal nicht für Asiaten, Amerikaner und Inder. Nein, es sind die Schweizer selber, die sich in den schönsten Gebieten tummeln und Ferien machen.

Wie so alles, hat auch dies eine Kehrseite. Gebiete sind überlaufen. Wo man sonst auf Wanderwegen alleine unterwegs ist, trifft man plötzlich auf zahlreiche Mitwanderer. Die Strassen sind, anders als in sonstigen Jahren, mehr überfüllt. Überquert man einen Pass, könnte man meinen, es würde ein neues Shopping-Center eröffnet, so viele Autos tummeln sich am Strassenrand. 

Wer sich Ruhe wünscht, dem sei wohl wirklich ein Maiensäss-Aufenthalt empfohlen. Weit ab vom Schuss, nicht im Zentrum der grossen Hotspots lässt es sich ganz wunderbar ausspannen. Oder aber, man richtet es sich ganz einfach Zuhause so richtig schön ein. Ich meine, wann - ausser Samstag und Sonntag - ist es einem während des Jahres vergönnt, den Tag einfach ganz entspannt anzugehen. Mit einem ausgeprägten und feinen Frühstück. Mit ausgiebigem Schmökern in der Zeitung. Kurz gesagt: Mit ganz viel Zeit. Das Geld, das man sonst für Ferien einsetzt, könnte man für die Auffrischung des eigenen Balkons verwenden (es empfiehlt sich natürlich, dies vor den Ferien zu realisieren, sonst heisst es auch in den Ferien "ab id Hose"). Vielleicht ein schöner neuer holziger Bodenbelag. Ein neuer Grill? Oder was ich tun würde, hätte ich den Platz: Ich würde in ein Bassin investieren. Oder mir vielleicht einen Pool bauen? Das wäre dann wohl von Platz und Geld abhängig. Sicher sollte eine bequeme und chillige Lounge her. Auf der es sich gemütlich Bücher lesen und Drinks schlürfen lässt. 

Am Abend eine Grillparty mit Freunden - ohne den Blick auf die Uhr und das schlechte Gewissen zu richten, dass der Schlaf zu kurz kommen könnte. Nein - morgen ist ja wieder gemütlich Frühstücken, Chillen und Balkongenuss angesagt. Und wem das jetzt zu langweilig ist, dem steht es natürlich frei, sich ins Gewühl zu stürzen und in den überfüllten Badis zu planschen. Oder aber - da schlummert noch der eine oder andere Geheimtipp, wohin sich keine Menschenmengen verirren?