Ho'oponopono

Ho’oponopono ist ein altes hawaiianisches Vergebungsritual. Es kann unglaublich kraftvoll wirken. Bei den Hawaiianern, die früher in Grossfamilien lebten, wurde immer ein Ho’oponopono abgehalten, wenn jemand krank war oder sich falsch verhalten hatte. Auch bei Unstimmigkeiten innerhalb der Familien setzten sich alle zusammen, um den Konflikt gemeinsam zu lösen. Man ging davon aus, dass alle Menschen miteinander verbunden sind, wie es ja mittlerweile auch die Quantenphysik bewiesen hat. Damit haben sie ein existierendes Problem zu ihrem eigenen gemacht und die Verantwortung dafür (mit)übernommen. Die Kontrahenten blieben in der Gemeinschaft integriert – selbst bei einer eventuellen Bestrafung. Bekannt wurde Ho’oponopono vor allem durch die Erfahrung, die Dr. Ihaleakala Hew Len mit psychisch kranken Gefängnisinsassen gemacht hatte. Dr. Len ist von Beruf Arzt, Psychologe und Therapeut.

«Die Geschichte von Dr. Hew Len» - eine wahre Geschichte von Joe Vitale

Ich hörte von einem Therapeuten in Hawaii, der eine komplette Krankenstation krimineller geisteskranker Patienten geheilt hatte – ohne auch nur einen von ihnen jemals gesehen zu haben. Es hiess, der Psychologe würde die Akte eines Insassen studieren und dann in sich selbst schauen, um zu sehen, wie er die Krankheit dieser Person erschuf. Während er sich selbst verbesserte, besserte sich der Zustand des Patienten. Ich hörte, der Therapeut habe einen hawaiianischen Heilungsprozess mit dem Namen Ho'oponopono genutzt.

Falls die Geschichte wahr sein sollte, wollte ich mehr darüber erfahren. Ich hatte «die volle Verantwortung übernehmen» immer so verstanden, dass ich dafür verantwortlich wäre, was ICH denke und tue. Alles darüber hinaus liegt nicht in meinen Händen. Ich vermute, dass die meisten Menschen volle Verantwortung so verstehen: Wir sind verantwortlich für das, was wir tun, nicht für das, was irgendwer sonst tut – aber das stimmt nicht!

Der hawaiianische Therapeut, der all diese psychisch Kranken heilte, lehrte mich eine neue fortgeschrittenere Sichtweise von voller Verantwortung. Sein Name ist Dr. Thalcakala Hew Len. Dr. Len erzählte mir, dass er nie Patienten sah. Er sah sich einfach nur ihre Akten an in seinem Büro. Während er sich die Akten ansah, arbeitete er an sich selbst. Während er an sich selbst arbeitete, begann für die Patienten die Heilung. Nach einigen Monaten konnte Patienten, die sonst eingeschlossen sein mussten, erlaubt werden, sich frei zu bewegen, erzählte er mir. Bei anderen, die unter starken Medikamenten gestanden hatten, konnten diese abgesetzt werden, sie wurden frei gelassen. Heute ist die Station geschlossen.

Nun kam ich zur für mich wichtigsten Frage: «Was taten Sie mit sich selbst, das verursacht hat, dass diese Menschen sich veränderten?» Dr. Len antwortete: «Ich heilte einfach den Teil von mir, der sie erschaffen hatte.» Ich verstand nicht. Dann erklärte mir Dr. Len, dass volle Verantwortung heisst, dass alles, was in deinem Leben ist – einfach WEIL es in deinem Leben ist – deine Verantwortung ist. Im wortwörtlichen Sinn ist die gesamte Welt deine Schöpfung. Das bedeutet, dass alles ( Terroranschläge, Politiker, die Wirtschaftslage...), was du wahrnimmst und nicht magst – von dir geheilt werden will. Diese Dinge existierten sozusagen nicht wirklich, ausser als Projektionen aus deinem Inneren. Das Problem liegt nicht bei ihnen, sondern bei dir.

Ich fragte Dr. Len, wie er sich selbst heilte. Was tat er genau, während er sich die Akten der Patienten ansah? Er antwortete: «Ich habe einfach immer wieder gesagt: ´Es tut mir leid.’ Und ´Ich liebe dich.» «Und das ist alles?» fragte ich. «Ja, das ist alles.»

Wie sollen wir das verstehen? Was bedeutet das für unser Leben?

Dr. Len hat die Krankenakten mehrfach durchgelesen und studiert. Immer dann, wenn er in Resonanz mit negativen Gefühlen wie Hass, Wut, Unverständnis, Enttäuschung etc. ging, stellte er sich folgende Frage: «Was ist in mir, dass ich mit diesen Gefühlen in Berührung komme und sie mir in meinem Leben begegnen? Fortan sprach er - und das kannst du auch tun - folgende Sätze:

Es tut mir leid (damit nehme ich das Problem an)
Bitte verzeih mir (wenn ich dich oder andere bewusst oder unbewusst verletzt habe)
Ich liebe dich (ich liebe dich und mich bedingungslos und sehe das Göttliche in dir)
Danke (dass ich das Problem erkennen und heilen durfte

Wann kannst du diese heilenden Sätze anwenden?

  • Wenn du in deiner Familie, in deinem Umfeld oder an deinem Arbeitsplatz Probleme hast
Spreche die Sätze immer wieder. Und zwar so lange, bis du tief in dir drin fühlst, was du sagst. Denke daran: Du hast die Wahl. Entweder wählst du den Weg des Streitens, des Rechthabens oder vielleicht fühlst du dich in der Opferrolle besonders wohl. Mit Ho'ponopono und der Anwendung der obigen vier Sätze gelingt es dir aber, früher oder später Mitgefühl für andere und vor allem auch für dich selbst zu entwickeln. Du wirst nach einiger Zeit feststellen, dass deine Beziehungen harmonischer werden und dein Leben sich verändert. Ho'ponopono schenkt dir Fülle, Gesundheit und Freude.
Quelle: Internetrecherche; Fabienne Wey